Altern als Lebenskunst – Neues Buch von Prof. Dr. Andreas Brenner

Was heißt „Alter“, was bedeutet „Altern“ und was bringt uns das weitere Ansammeln von Lebenszeit? Diese Fragen werden beleuchtet von Prof. Dr. Andreas Brenner.

 In den ökonomisch reichen Ländern werden die Menschen immer älter und bleiben immer länger gesund. Diese erfreuliche Entwicklung kontrastiert mit einem unerfreulichen Altersbild: Alter wird in der Gegenwart zunehmend als defizitäres Phänomen betrachtet, das es zu überwinden gilt. Der florierende Bereich des Seniorenmarketings lässt sich entsprechend ständig neue Produkte einfallen, welche alten Menschen – und noch mehr denen, die noch nicht alt sind – vergessen lassen sollen, dass sie alt sind. So wird – mit meist jungen Models – für die Seniorenfitness geworben, Tourismusanbieter schicken die Alten auf Kreuzfahrttouren und Bildungsorganisationen locken noch mit dem MA- oder PhD-Abschluss ab achtzig.

Die zahlungskräftigen Alten sollen möglichst aktiv daran arbeiten, ihre verlorene Jugendlichkeit wiederzugewinnen, oder zumindest deren Anschein erwecken. Für die alten Menschen wird es zunehmend zur Last dermassen in der Aufmerksamkeit von Optimierungsanbietern zu stehen. Das gilt auch für das jüngste Produkt der Anti-Aging-Medizin, die das Alter gleich ganz aus der Welt schaffen will.

Vor diesem Hintergrund erinnert das vorliegende Buch an antike Lebenskunst-Konzepte. Der Sinn des Lebens, so lässt sich daraus lernen, liegt nicht in quantitativen Effekten, welche einen dazu verurteilen, fremdgesteckten Zielen hinterher zu hecheln. Dagegen kommt es darauf an, sich den Fremderwartungen entgegenzustemmen und sein Leben zu leben. Da alle Menschen permanent altern, kann man mit dieser Lebenskunst nicht früh genug beginnen.

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