16-20 PhD / Urban Exploring als geografisches Lernen

fe-weblog

 

Dissertationsprojekt: Urban Exploring als geografisches Lernen: Interessensentwicklung und informelle Lernprozesse (in revidierter Beantragung)

 

Doktorand: Samuel Burri

Erstbetreuer: Prof. Dr. Marko Demantowsky
Weitere Mitglieder des Promotionskomitees: N.N. / N.N.

 

Projektzeitraum (gesamt): Februar 2016 – 2020

Projektabschluss: September 2020

 

KurzbeschriebUrban Exploring beschreibt das selbstständige Erkunden, Erforschen und photographische Dokumentieren von Bauwerken im urbanen Raum. Dabei kann es sich um verlassene Gebäude und Industrieanlagen, aber auch um Infrastruktur wie Kanalisation, Versorgung- und Transportsysteme handeln. Ausgehend von Nordamerika breitet sich das Phänomen seit den 1990er Jahren weltweit aus und findet unterdessen auch in der Schweiz eine wachsende Anhängeschaft. Urban Exploring ist eine vielseitige Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum und wird oftmals von Jugendlichen und jungen Erwachsenen praktiziert. Aus diesem Grund lohnt es sich besonders, das Thema aus geographiedidaktischer Perspektive zu untersuchen.

Dieses Forschungsprojekt widmet sich erstmals der Urban Exploring Szene im deutschsprachigen Raum und konzentriert sich dabei vor allem auf die Untersuchung von Interessensentwicklung und informellen geographischen Lernprozessen, die während der Ausübung von Urban Exploring stattfinden. Die Dissertation soll damit einen Beitrag zur Diskussion von Schülerinteressen und informellen Lernprozessen bei ausserschulischen Lehr-und Lernorten im Geographieunterricht leisten.

Das Projekt konzentriert sich dabei auf folgenden Leitfragen:

  1. Welche Interessen stehen hinter Urban Exploring und wie entwickeln sich diese?
  2. Welche informellen geographischen Lernprozesse finden bei Urban Exploring statt?
  3. Wie lassen sich diese Erkenntnisse für den schulischen Geographieunterricht nutzen?

Die Untersuchung ist qualitativ angelegt und nutzt zur Datenerhebung qualitative Interviews und teilnehmende Beobachtung. Aufbauend auf die Münchener Interessenstheorie und die Selbstbestimmungstheorie untersucht sie die individuellen Interessen und Interessenentwicklungen der Urban Explorer bezüglich Orten, Tätigkeiten und Inhalten. Informelle Lernprozesse sollen anhand der sechs Kompetenzbereiche der Bildungsstandards für das Fach Geographie identifiziert werden.

Die Berücksichtigung von Schülerinteressen ist für die Entwicklung wirkungsvoller Lehr-Lernarrangements  von grosser Bedeutung. Von den Ergebnissen der Forschungsarbeit werden detaillierte Erkenntnisse zu Interessenentwicklung und Lernprozessen von Jugendlichen an ausserschulischen Lehr- und Lernorten und damit Orientierungshilfen für die Entwicklung von ansprechenden Lernumgebungen auf geographischen Exkursionen erwartet.

 

Grundlagenliteratur:

[to follow]