17-18 R & D / Super7000 (beta)

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Forschungs- und Entwicklungsprojekt: Historische Wissenschaftskommunikation für die Zukunft. Der „Geschichtstalk im Super7000“ (beta)

 

Projektleitung: Prof. Dr. Marko Demantowsky / Georgios Chatzoudis

ProjektmitarbeiterMatthias Krämer

Externe Förderinstitution: Gerda-Henkel-Stiftung (Düsseldorf, DE)

KooperationspartnerVerband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD)

Förderzeitraum: Juni 2017 – August 2018 (Betaphase)

Projektbeginn: Juli 2016

Projekt-Webloghttps://gts7000.hypotheses.org

 

Kurzbeschrieb: Geschichtswissenschaftlich akzentuierte Wissenschaftskommunikation ist heute wichtiger denn je, insbesondere dann wenn es ihr gelingt, im Sinne ihrer Zielsetzung effektiv zu sein: Möglichst viele Interessierte zu erreichen, öffentliche Debatten anzustossen, sich in öffentliche Debatten einzuschalten oder sie im Nachgang kritisch/selbstkritisch zu reflektieren. Dafür müssen vielfältige zeitgemässe Kommunikationskanäle genutzt werden, es bedarf  der gezielten Ermöglichung der Diskussion mit einer nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit, und es müssen wissenschaftliche Instrumente entwickelt werden, den Erfolg oder Misserfolg besser zu verstehen.

 

Die moderne Geschichtswissenschaft, wie sie von einer jüngeren Generation von geschichtswissenschaftlichen ProfessorInnen vertreten wird, findet in der massenmedialen Öffentlichkeit, insbesondere im Fernehen, heute de facto kaum statt. Neue Erkenntnisse, Bewertungen und Sichtweisen dringen nur sehr schwer in die öffentliche Wahrnehmung. Der öffentliche und massenmediale Umgang mit Geschichte selbst findet – zumindest öffentlich – keine kritische Reflexion durch die wissenschaftliche Vernunft.

Es gibt eine Reihe von verdienstvollen Projekten der Wissenschaftskommunikation, auch der geschichtswissenschaftlichen, man weiss allerdings – jenseits der ZuschauerInnezählung – sehr wenig über den tatsächlichen Impact solcher Formate.

Das Projekt sucht Antworten auf beide Problemanzeigen:

  • Wir bringen die fehlenden Stimmen und Perspektiven zu Gehör: Jüngere ProfessorInnen mit fachlicher Resonanz und innovativen Forschungsansätzen, ausgewogene Anteile an Frauen und Männern.
  • Wir diskutieren drängende Themen der Public History, also des öffentlichen Umgangs mit Geschichte, arbeiten fachlich selbstbewusst an einer kritischen Distanz zu den Meinungsmachern und Influencern des Geschichtsbewusstseins in der Öffentlichkeit (Politik, Journalismus und Unterhaltungsindustrie). Ggf. können auch aktuelle Themen der Forschung behandelt werden, sofern diese schon eine öffentliche Wahrnehmung erreicht haben, also auch schon zu einem Gegenstand der Public History geworden sind.
  • Wir erarbeiten unmittelbar aus der disziplinären Vernunft heraus aber auch ein mediales Format, das auf ein möglichst grosses Publikum zielt, das deshalb selbst unterhaltsam, niedrigschwellig und ungewöhnlich sein muss, damit es auf dem hart umkämpften Markt der öffentlichen Aufmerksamkeit wettbewerbsfähig sein kann.
  • Wir organisieren systematisch Rückkopplung mit dem Publikum (über alle gängigen Wege persönlicher und digitaler Kommunikation), und wir analysieren dieses Feedback mittels einer differenzierten Begleitforschung.
  • Diese Rückkopplung kann (und soll) auch direkt und live in der Sendung erfolgen, aus einem Publikum, aus KonsumentInnen sollen NutzerInnen werden. Die Twitterwall wird zum vierten Mitglied der Diskussionsrunde (was gute Vorbereitung erfordert).
  • Wir brechen aus den üblichen Veranstaltungsräumen und Studios aus und gehen mit unseren Diskussionen dorthin, wo aus Vergangenheit und Gegenwart Zukunft praktisch gemacht werden.