ERG – Aktuelles

Treffen mit Gulfam Masih

Herr Masih war zu Gast innerhalb der fachwissenschaftlichen Seminare des Studiengangs „Ethik, Religionen, Gemeinschaft“ (ERG). In einer spannenden Atmosphäre konnte er den Studierenden Erfahrungen aus seinem bewegten Leben näherbringen. In seiner Biographie verflechten sich religiöse, ethische und politische Themen, die sich in seinem Input und der anschliessenden Diskussion auf spannende Weise verdichteten. Es waren vor allem vier Themenfelder, in den denen sich der Diskurs bewegte: Religion und Freiheit, Verfolgung und Zusammenleben, Migration und Diversität , Ethik und Erziehung. Als Praktiker konnte er auch viele Probleme des interkulturellen und religiösen Zusammenlebens ansprechen. Seine Erfahrung als Heilpädagoge ermöglichte es ihm, den Studierenden Anregungen zum Umgang mit Heterogenität im Schulunterricht weiterzugeben und sie zu ermutigen den Herausforderungen unserer pluralistischen Gesellschaft in einer Haltung des Respekts und der Humanität zu begegnen.


Treffen mit PD Dr. Barbara Schmitz

Barbara Schmitz beschäftigt sich mit Fragen zur Behinderung und zum lebenswerten Leben. In ihrer Forschungsarbeit fragt sie nach der Grenze zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben?  Wenn wir uns diese Frage stellen, wird sofort klar, wie unterschiedlich unsere Vorstellungen und Antworten sind. Noch spannungsvoller erscheint die Frage aus ethischer Sicht, wenn wir sie im Blick auf Menschen mit schweren Behinderungen oder unheilbaren Krankheiten stellen. Wer soll hier entscheiden, was ein nicht lebenswertes Leben bedeutet? Wer soll die Lebensqualität und Lebenszufriedenheit solcher Menschen beurteilen? Welche Rolle spielen die gesellschaftlichen Bedingungen dabei? Als Dozentin und Mutter einer behinderten Tochter konnte Frau Schmitz das wichtige Thema sowohl aus der Perspektive persönlicher Betroffenheit wie auch in Bezug auf ethische Positionen und die pädagogische Relevanz mit den ERG-Studierenden reflektieren.

 

Tagung „Human Enhancement. Debating a Social Challenge“ (Zürich, 9.11.2018)

Haben wir Probleme mit „Enhancement“ (also: Verbesserung, Steigerung)? Auf den ersten Blick vielleicht nicht, sobald aber unser soziales Zusammenleben berücksichtig wird, anscheinend doch. Mindestens entsteht das Bedürfnis darüber zu reden und zu diskutieren. Bei der Tagung „Human Enhancement. Debating a Social Challenge“, die von der National Advisory Commission on Biomedical Ethics veranstaltet wurde, hatte man den Eindruck, dass,  sobald der Begriff „Enhancement“ untersucht wird, die klare Forderung im Raum steht, die Organisation des individuellen und gemeinschaftlichen Lebens zu verändern. Die Master-Studierenden des ERG-Studienganges konnten die Debatte über das Thema wissenschaftlich und multiperspektivisch vertiefen und reflektieren. Beispielweise versuchte Hille Haker zu zeigen, wie die Idee „better is good“ im Zusammenhang unseres sozialen Umfelds zunehmend eine normative Wirkung entfaltet und ein ebenso normatives Verständnis von Enhancement bis zur Revision der fundamentalen Menschenrechte führen könnte; Effy Vayena erläuterte an Beispielen, wie viele Fallen das „Digital Betterment“ in sich birgt, so in erster Linie die Selbsttäuschung und den Verlust unserer Privacy; Reinhart Merkel erläuterte die rechtswissenschaftlichen und rechtsphilosophischen Perspektiven des Schutzes der „mental self-determination“ als eines  Rechts jedes Individuums. Direkt oder indirekt scheint unser Leben von diesen ethischen Fragen und von diesem heissen Thema betroffen zu sein.