Migration in Schweizer Geschichtsbüchern – Eine Schulbuchanalyse von Açelya Aydin

Schulbücher gelten als bedeutende Medien des Geschichtslernens. Die Nutzung des Mediums Geschichtsbuch im Unterricht variiert je nach Lehrperson von der Nutzung einzelner Lesetexte und Aufgaben bis hin zur gänzlichen Orientierung an Geschichtsbüchern und deren Inhalten im Geschichtsunterricht.

In diversen Schulbuchanalysen zu deutschen Schulbüchern werden Geschichtsdarstellungen im Hinblick auf Migration als defizitär beurteilt. Deshalb werden in der vorliegenden Untersuchun drei aktuell an Schweizer Schulen eingesetzte und gemäss Lehrplan 21 vorgeschlagene Geschichtslehrmittel unter dem Themenaspekt Migration untersucht und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu Migrationsnarrativen in Relation mit vorliegenden Studienergebnissen gesetzt, um daraus Richtlinien zur Behandlung von Migration im Geschichtsunterricht zu skizzieren.

In der Masterarbeit der ehemaligen Studierenden der PH FHNW und jetzigen Lehrperson der Sekundarschule Reinach Açelya Aydin wird folgender Forschungsfrage nachgegangen: Wie und in welchem Kontext wird das Thema Migration jeweils in den betreffenden Schweizer Geschichtsbüchern der Sekundarstufe 1 vermittelt und welche alternativen Ansätze gibt es hierzu?

Als Untersuchungsmethode für die Analyse von Schulbüchern auf der Oberflächen- sowie inhaltlichen Tiefenebene wurde das Analyseraster von Schreiber und Schöner (2006) verwendet, das entsprechend dem Erkenntnisinteresse der Untersuchung leicht modifiziert und weiterentwickelt wurde.

Die schulbuchkritischen Befunde deutscher Vorgängerstudien lassen sich durch die Erkenntnisse der vorliegenden Untersuchung von Schweizer Lehrmitteln weitestgehend bestätigen. So wird in den untersuchten Schulbüchern die Migration insbesondere als ein Phänomen des 20. und 21. Jahrhunderts dargestellt. Als Gründe der Migration werden vorwiegend wirtschaftliche genannt, wobei das Lehrmittel Zeitreise eine Ausnahme macht, indem es auch die Diversität von Migrationsgründen aufzeigt. In allen Lehrmitteln wird zudem die Migration als gesellschaftliche Herausforderung problematisiert. Ausserdem erscheint die Wortwahl in den Lesetexten teilweise diskriminierend. Der Perspektive von Migrant*innen wird dabei wenig Beachtung geschenkt. Aus diesen und weiteren Befunden lassen sich verschiedene Folgerungen für die Unterrichtspraxis und die weitere Forschung in diesem Themenbereich ableiten.

Açelya Aydin studierte von 2016 bis 2019 Deutsche Philologie und Geschichte an der Universität Basel (Bachelor of Arts). Sie absolvierte anschliessend von 2019 bis 2022 die Ausbildung zur Sekundarlehrperson an der PH FHNW in den Fächern Deutsch und Geschichte (Master of Arts in Secondary Education).

Seit 2020 unterrichtet sie als Klassenlehrperson an der Sekundarschule Reinach im Kanton Basel-Landschaft und ist aktuell Studierende im Joint Degree Master in Fachdidaktik der Universität Basel mit der Vertiefungsrichtung Schulsprache Deutsch. Bei Rückfragen zur Masterarbeit können Sie sich gerne jederzeit direkt an Açelya Aydin wenden: acelya.aydin[at]sbl.ch

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