#pab2016 – 1 Tagungskonzeption

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Das Panofsky-Analyse-Schema – ein Wiedergänger?

Bilder spielen in der Gesellschaft und damit auch im Schulunterricht eine bedeutsame Rolle. Dabei unterscheiden sich die Verwendungen der Bilder in den Fächern je nach Fachtradition und entsprechenden Bildungsabsichten. Neuere Erkenntnisse und Theorieansätze aus den Bildwissenschaften sind dabei allerdings oft kaum von Bedeutung. Symptomatisch dafür ist der Befund, dass sich das von Erwin Panofsky in den 1930er Jahren entwickelte Schema eines interpretatorischen Dreischritts in zahlreichen Bilddidaktiken nach wie vor einer grossen Beliebtheit erfreut. Alternative Schematisierungen, wie sie insbesondere seit dem iconic (oder pictorial oder imagic) turn der 1990er Jahren entstanden sind, werden von der fachdidaktischen Literatur noch wenig berücksichtigt und haben sich auch im Schulunterricht entsprechend zaghaft durchgesetzt.

Bildwissenschaften, Fachdidaktik und Schulpraxis im Dialog

Die Tagung „Panofsky and beyond“ möchte den bildwissenschaftlichen Diskurs mit der fachdidaktischen Theoriebildung und der alltäglichen Schulpraxis in Beziehung setzen. Hierfür sollen Experten der verschiedenen Bereiche (Bildwissenschaft, Fachdidaktik, Unterricht) auf einen gemeinsamen Textkorpus Bezug nehmen, der didaktisch bedeutsame bildwissenschaftliche Konzepte vorstellt. Als Ergebnis erhoffen sich die OrganisatorInnen einen mehrperspektivischen und interdisziplinären Blick auf die Bedeutsamkeit von Bildern im Bildungsgeschehen, der für Unterrichtspraxis sowie Aus- und Weiterbildung fruchtbare Erkenntnisse zu vermitteln vermag.

Aufbau der Tagung

Zu diesem Zweck versammelt die Tagung zunächst Exponenten der Bildwissenschaften, die aus den aktuellen theoretischen und empirischen Arbeiten berichten, die für didaktische Zwecke als bedeutsam erscheinen. Es folgen VertreterInnen der kultur- und gesellschaftswissenschaftlich orientierter Fachdidaktiken (Geschichte, Geographie, Medienpädagogik, Bildnerisches Gestalten, Deutsch), die erläutern, wie bildwissenschaftliche Konzepte und Theoreme in die fachdidaktische Theoriebildung und Ausbildung einfliessen. Schliesslich werden Lehrpersonen berichten, wie sich bildwissenschaftliche Theorien in der Praxis des alltäglichen Schulunterrichts abbilden.

Die Tagung findet am 2. und 3. Dezember 2016 in Basel (Alte Universität, Gymnasium Münsterplatz) statt.